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Mahnmal – Die Geschichte von Lea
Von J. Ellis, bewilligte Übersetzung von E. Witter, entnommen
aus dem Internet
Diese wahre Geschichte soll alle zukünftigen Tierkäufer und Tierhalter zum Nachdenken
anregen. Lea ist zwar ein Hund, aber sie könnte auch eine Katze sein – denn überall
gibt es sie, die Massenzucht oder Schwarzzucht. Lesen Sie Leas Geschichte.
Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und
nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell,
aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine
Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen sind plötzlich gestorben.
Als sie mich meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig.
Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr
gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht! Die Menschen sagten, dass sie jetzt
endlich Geld wollten und dass das Geschrei von meiner Schwester und mir ihnen auf
die Nerven ginge.
So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten
uns aneinander und fühlten, wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand
kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen Geräusche und die Gerüche! Wir sind in
einem Zoogeschäft, einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen
oder bellen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von anderen
Welpen.
Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig. Manchmal packt
uns jemand und hebt uns hoch, um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und
streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen: „Oh, sind die
süß, ich will eines“, aber dann gehen die Leute wieder fort.
Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell
gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körper gewichen ist. Ich soll
verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises
Weinen, als meine kleine Schwester weggeworfen wird.
Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft! Jetzt wird alles gut. Es sind
sehr nette Leute, die sich tatsächlich für mich entschieden haben. Sie haben gutes
Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich
auf den Armen. Ihre Eltern sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen. Ich
heiße jetzt Lea.
Ich darf meine neue Familie auch abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich
freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir
herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr als diesen wunderbaren
Menschen gefallen und es gibt nichts Schöneres als mit dem kleinen Mädchen
herumzutollen und zu spielen.
Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mich schauderte. Ich bekam
einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte,
es wäre o. k., dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen
traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren
Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Zuchten und
dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von
alledem begriffen, aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.
Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark,
aber mir tut jede Bewegung weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Außerdem kriege ich gleich
Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so
gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Sie sprechen über
mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.
In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es „genetisch“ und „man
kann nichts machen“. Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen,
möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je.
Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen, um zu trinken, nur noch schreien vor
Schmerzen.
Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los? War ich
böse? Sind sie am Ende böse auf mich? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich.
Ach, wenn nur diese Schmerzen aufhörten! Ich kann nicht einmal die Tränen vom Gesicht
des kleinen Mädchens ablecken, aber wenigstens erreiche ich ihre Hand.
Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell;
ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hände zu lecken.
Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich und ich empfinde
etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich
… Gottseidank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.
Ein Traum: Ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen
Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Frieden und Glück.
So sage ich meiner Menschenfamilie Aufwiedersehen auf die einzig mir mögliche Weise:
Mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.
Viele glückliche Jahre wollte ich mit euch verbringen. Es sollte nicht sein,
stattdessen habe ich euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir Leid, aber ich war
halt nur eine Händlerware.
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