Die PRA-Degeneration (progressiven Retina Atrophie = fortschreitender Netzhautschwund) ist nur bei
erkrankten Tieren erst ab einem Alter von ca. 2 Jahren beginnend zu sehen, dieses muss
ein autorisierter Tierarzt aus dem „DOK-Dortmunder Kreis“ (Mitgliederliste im Internet unter:
http://www.dok-vet.de/mitglieder.htm)
feststellen.
Man geht davon aus, dass die Krankheit mit etwa sechs Jahren abgeschlossen ist; das heißt, ist ein Tier
bis dahin noch nicht vollständig erblindet, wird es wahrscheinlich immer noch – zumindest – etwas sehen
können.
Die degenerative Variante der progressiven Retina-Atrophie ist eine Erbkrankheit, die nach Carlilie,
Carrington & Bedford sowie nach dem DOK rezessiv vererbt wird – dies ist ein gesicherter Erbgang
(siehe auch “Six cases of progressive retinal atrophy in Abyssinian cats“ veröffentlicht bei J. Small Anim.
Pract. und die Internet-Unterlagen des DOK–Dortmunder Kreis unter:
http://www.dok-vet.de/bei_katzen.htm).
Wenn ein Jungtier diese Krankheit zeigt, müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das kranke
PRA-Degenerations-Gen tragen. Tiere mit einem mutierten und einem normalen Gen (Allel) bleiben
symptomlos – also gesund, können den Defekt aber weitervererben. Nach § 11b Tierschutzgesetz
müssten solche Trägertiere kastriert werden (die reinerbigen PRA-Tiere müssten sowieso umgehend
kastriert werden).
Im Gegensatz zur Degeneration gibt es auch die PRA-Dysplasie, deren Krankheitsbild bereits bei
Jungtieren von wenigen Wochen in Erscheinung tritt. Dieses muss wieder durch einen autorisierten
Tierarzt aus dem „DOK-Dortmunder Kreis“ festgestellt werden. Im Alter von etwa 1 Jahr ist das Tier
vollständig blind. Die PRA-Dysplasie wird dominant vererbt – dies ist ebenfalls ein gesicherter Erbgang.
Mit anderen Worten, ein Elternteil eines daran erkrankten Jungtieres kann durchaus genetisch „gesund“
sein, das andere muss jedoch ebenfalls daran erkrankt sein, was man durch Untersuchung beim
autorisierten Tierarzt feststellen kann.
Besonders Abessinier- und Somali-Katzen, aber auch alle anderen Rassen, bei denen die Fellfarben
Cinnamon und Fawn bzw. das Zeichnungsmuster Ticked-Tabby anerkannt sind, sollten alle zwei Jahre bei
einem autorisierten Tierarzt untersucht werden. Ist ein Tier, das bislang immer PRA-negativ getestet wurde,
älter als sechs Jahre alt, kann man mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es nie an
PRA erkranken wird. Leider sagt diese Untersuchung nicht aus, ob dieses Tier diese Erkrankung vielleicht
genetisch (rezessiv) trägt bzw. ob es genetisch frei davon ist.
© Christoph Riedel