Katzenfreunde Norddeutschland e.V.
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Wie oft muss ich mein Tier entwurmen?
Aktuelle Empfehlungen zum Schutz vor Würmern
Quelle: ESCAP Deutschland, 04/08, Prof. Thomas Schnieder
Lieber Katzenfreund,

ESCCAP Deutschland möchte Ihnen aktuelle Empfehlungen zur Bekämpfung von Würmern bei Katzen an die Hand geben.
ESCCAP ist eine neutrale, unabhängige Experten-Organisation, die Tierhalter aktiv unterstützt, Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Vierbeiner durch einen sachgerechten Parasitenschutz zu fördern.

Denn: Gewusst wie, lassen sich Würmer einfach, gezielt und effektiv bekämpfen!

Mit besten Grüßen
Prof. Dr. Thomas Schnieder
Leiter des Instituts für Parasitologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Vorsitzender von ESCCAP Deutschland
Wie gefährdet ist mein Tier?
Ganz gleich ob Welpe oder Senior, ob Freilaufkatze oder Stubentiger, grundsätzlich können sich alle Katzen mit Würmern anstecken. Je nach Alter, Haltung, Nutzung und Ernährung ist das Risiko jedoch unterschiedlich groß, so dass manche Tiere seltener, andere häufiger kontrolliert bzw. entwurmt werden sollten.

Mit Spulwürmern können sich Welpen bereits über die Muttermilch anstecken. Später infizieren sich Katzen mit Spul- und Bandwürmern, wenn sie mit anderen Tieren oder deren Hinterlassenschaften in Kontakt kommen. Aber: Auch einzeln gehaltene Wohnungskatzen sind gefährdet. So hat eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover gezeigt, dass 20 % aller Katzen mit Spulwurmbefall reine Wohnungskatzen sind. Es wird vermutet, dass sich diese Tiere an Wurmstadien anstecken, die unbemerkt vom Menschen von draußen mit in die Wohnung getragen werden.
Bestimmte Bandwürmer können zusätzlich über Bandwurmstadien übertragen werden, die sich versteckt in rohem Fleisch, Innereien oder in Beutetieren wie Mäusen und Kaninchen befinden.
Wie oft entwurmen?
Wie wahrscheinlich es ist, dass sich speziell Ihr Vierbeiner mit Würmern ansteckt – und wie oft er daher behandelt werden sollte – kann Ihre Tierarztpraxis für Sie anhand der individuellen Lebensumstände Ihres Vierbeiners einschätzen. Sie wird Ihnen dazu ein paar gezielte Fragen stellen, z. B.:
  • Hat Ihr Tier freien Auslauf, kontrolliert oder unbeobachtet?
  • Hat Ihr Tier Kontakt zu Artgenossen oder anderen Tieren?
  • Frisst Ihr Tier Mäuse oder andere Beutetiere?
  • Füttern Sie rohes Fleisch oder Innereien?
  • Wird Ihr Tier zur Zucht eingesetzt und/oder nimmt es an Ausstellungen teil?
Auf Basis dieser Fragen kann Ihre Tierarztpraxis sehr gut einschätzen, wie ´ groß das individuelle Risiko Ihres Tieres ist und wie oft es kontrolliert bzw. entwurmt werden sollte. Wer es ganz genau wissen möchte, der muss den Kot seines Tieres regelmäßig untersuchen lassen.

Allgemein gilt: Kann das individuelle Risiko eines Tieres nicht eingeordnet werden, sind mindestens 4 Entwurmungen pro Jahr zu empfehlen. Studien haben gezeigt, dass eine 1-2-malige Behandlung pro Jahr im Durchschnitt keinen ausreichenden Schutz bietet.
Kotuntersuchung als Alternative zur Entwurmung
Alternativ zur Entwurmung können Kotuntersuchungen vorgenommen werden. Allerdings wird damit nicht sicher verhindert, dass zwischen den Untersuchungen über mehrere Wochen infektiöse Wurmeier ausgeschieden werden können. Wichtig ist, dass die Kotuntersuchungen regelmäßig (genau so oft wie die empfohlenen Entwurmungen) durchgeführt werden und die zu untersuchende Kotprobe mindestens 4 Gramm umfasst und über drei Tage hinweg gesammelt wird.
Extra-Empfehlungen
Für Katzen, die regelmäßig unbeaufsichtigten Freilauf haben, wilde Nagetiere oder Aas fressen, ist eine monatliche Entwurmung gegen Bandwürmer empfohlen.
In Einzelfällen kann auch eine monatliche Entwurmung gegen Spulwürmer sinnvoll sein (z. B. bei hohem Ansteckungsrisiko und engem Kontakt des Tieres mit Kleinkindern), da damit ein Ausscheiden infektiöser Spulwurmeier, an denen sich auch der Mensch anstecken kann, weitgehend ausgeschlossen wird.
Katzenwelpen werden ab der 3. Lebenswoche gegen Spulwürmer behandelt. Anschließend wird in 2-wöchigen Abständen bis 2 Wochen nach Aufnahme der letzten Muttermilch entwurmt.
Säugende Katzen sollten gleichzeitig mit der ersten Behandlung ihrer Jungen gegen Spulwürmer behandelt werden.
Für Katzen, die ins Ausland reisen oder von dort nach Deutschland gebracht werden, bestehen unter Umständen zusätzliche Risiken, sich mit Würmern zu infizieren. In südlichen Reiseländern besteht zum Beispiel die Gefahr einer Infektion mit Herzwürmern. Tierhalter sollten sich daher vor einer Reise bzw. Einfuhr des Tieres in der Tierarztpraxis eingehend beraten lassen.
Praktischer Tipp
Kommen Infektionen mit Spul-, Haken- und Bandwürmern vor, kann die Behandlung gegen beide Wurmarten kombiniert in einer Entwurmung vorgenommen werden.