Wie Umfragen bei mehr als 30.000 Katzenhaltern in fünf europäischen Ländern ergaben, lassen
bereits sechs von zehn Katzenbesitzern ihre Jungkatzen überhaupt nicht impfen. 30% aller
Katzenhalter von erwachsenen Tieren lassen ihre Katze überhaupt nicht impfen und nur weniger
als die Hälfte aller Katzenbesitzer sorgen für regelmäßige Wiederholungsimpfungen.
Aufgrund der nicht zufrieden stellenden Impfraten bei Katzen befürchten Experten,
dass für die rund 60 Millionen Katzen in Europa ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht.
Aus diesem Grunde wurde am 28.04.06 das Europäische Expertengremium für Katzenkrankheiten
(ABCD) gegründet. Es handelt sich dabei um ein unabhängiges Gremium aus 17 führenden Experten
für Immunologie, Impfstoffentwicklung und/oder Infektionskrankheiten der Katze aus zehn
europäischen Ländern. Das ABCD wurde gegründet, um Empfehlungen für die Vorbeugung und
Behandlung der wichtigsten Infektionskrankheiten von Katzen in Europa zu erstellen, die auf
aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Außerdem sollen maßgeschneiderte
Impfprogramme erarbeitet werden, die anlässlich des jährlichen Gesundheits-Checks der Katze
zwischen dem Tierbesitzer und dem Tierarzt besprochen werden sollten, um das jeweilige
individuelle Risiko zu bestimmen.
Folgende Infektionskrankheiten werden hier näher betrachtet:
Das feline Calicivirus ist sehr häufig die virale Ursache von oralen und oberen
respiratorischen Erkrankungen der Katze und ist in Kombination mit anderen Pathogenen, wie
dem felinen Herpesvirus-1 (FHV-1) , für den "Katzenschnupfen-Komplex" verantwortlich.
"Wie die meisten RNS-Viren ist FCV ein Virus mit hoher Variabilität und
ständig neuen Mutationen. Man kennt heute zahlreiche Stämme des felinen Calicivirus - und
täglich können neue hinzukommen," erklärte Dr. Alan Radford (Universität Liverpool,
GB), Mitglied des ABCD und international anerkannter Experte für das feline Calicivirus.
"Aus diesem Grund finden wir beim FCV auch diese hohe Variabilität
hinsichtlich Virulenz, Antigenität und postinfektiöser Immunität. Auch Katzen, die eine
FCV-assoziierte Erkrankung durchgemacht haben, verfügen wahrscheinlich über keine lebenslange
Immunität gegenüber zukünftigen Erkrankungen, insbesondere wenn diese durch unterschiedliche
Virusstämme verursacht werden," betonte Dr. Radford.
Für Katzen mit geringem Infektionsrisiko (z. B. reine Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen
Katzen) empfiehlt das ABCD Auffrischungsimpfungen gegen FCV in 3-jährigem Abstand, während
Katzen in einem Umfeld mit höherem Infektionsrisiko (Mehrkatzenhaushalte, Katzenpensionen,
etc.) eine jährliche Booster-Impfung erhalten sollten. Für alle anderen Katzen sollte die
Entscheidung über eine Wiederholungsimpfung individuell auf der Basis einer
Nutzen-Risiko-Analyse erfolgen.
"Das ABCD ist sich bewusst, dass ein Impfstoff gegen FCV als
Einzelkomponente nicht verfügbar ist und dass die derzeit auf dem Markt erhältlichen
Vakzinen Kombinationsimpfstoffe sind, die das feline Herpesvirus-1 und andere Komponenten
enthalten," erklärte ABCD-Präsident Professor Marian Horzinek (Utrecht, Niederlande).
"Eine jährliche Auffrischungsimpfung gegen FCV kann daher die
gleichzeitige Verimpfung anderer Antigene bedeuten, die eventuell eine länger anhaltende
Immunität induzieren."
Angesichts der Variabilität des felinen Calicivirus sind im Laufe der Jahre mehrere
unterschiedliche Impfstämme entwickelt worden. Da jedoch keine ausreichend stringenten
wissenschaftlichen Daten zu den einzelnen Vakzinen vorliegen, ist es zum derzeitigen
Zeitpunkt schwierig, konkrete Empfehlungen für einen bestimmten Impfstoff auszusprechen.
Sollte es in vollständig geimpften Katzenbeständen zu FCV-induzierten Erkrankungen kommen,
kann der Umstieg auf ein unterschiedliches Impfantigen das klinische Erscheinungsbild der
Infektion unter Umständen bessern.
Akute FCV-Infektionen verursachen typische Symptome wie orale Ulzera, Entzündungen des oberen
Respirationstraktes und hohes Fieber sowie in der Regel auch chronische Stomatitis oder
Gingivitis. Gelegentlich ist bei betroffenen Katzen auch eine transiente Arthritis zu
beobachten. Obwohl man davon ausgeht, dass diese Symptome eine immunvermittelte Reaktion
darstellen, ist die genaue Ätiopathogenese der felinen Calicivirus-Infektion ungeklärt.
Sowohl in den USA als auch in Europa sind in letzter Zeit auch schwerere, systemische
Verlaufsformen einer FCV-Infektion beobachtet worden; betroffen waren vorwiegend adulte
Katzen. Die derzeit verfügbaren Vakzinen scheinen gegen diese neue, oft tödlich endende Form
der FCV-Infektion kaum ausreichend Schutz zu bieten. Glücklicherweise sind derartige
Krankheitsfälle bislang nur vereinzelt aufgetreten.
Die Übertragung des felinen Calicivirus erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt mit dem
Speichel bzw. dem Augen- oder Nasenausfluss infizierter Katzen. Betroffene Tiere können das
Virus noch Wochen bis Monate nach der Remission der klinischen Symptome ausscheiden. Die
FCV-Infektion ist eine häufige Krankheit der Katzen, wobei Katzenwelpen besonders empfänglich
für das Virus sind. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht überall dort, wo Katzen in großen
Gruppen gehalten werden.
Für einen optimalen Schutz gegen eine FCV-Infektion empfiehlt das ABCD die Impfung aller
gesunden Katzen und Katzenwelpen. Für die Grundimmunisierung der Katzenwelpen sollte die
zweite Impfung nicht vor der 12. Lebenswoche erfolgen.
"In Katzenpopulationen mit erhöhtem Infektionsdruck, wie z.B.
Katzenpensionen, Zuchtbetrieben, etc., kann es ratsam sein, den Kätzchen im Alter von
16 Wochen eine dritte Impfdosis zu verabreichen, da maternale Antikörper gegen FCV
unter Umständen noch länger als zwölf Wochen vorhanden sein können," fügte
Dr. Radford hinzu.
Dies gilt insbesondere für alle jene Situationen, in denen in der Vergangenheit
Erkrankungsfälle bei geimpften Katzenwelpen zu beobachten waren.
Ausführlichere Informationen und Downloads des vollständigen Textes der ABCD-Richtlinien
erhalten Sie unter www.abcd-vets.org. Diese
Richtlinien enthalten auch Empfehlungen für Katzen, die in Katzenzuchten leben oder mit
Kortikosteroiden behandelt werden.
Die FIV-Infektion weist eine lange latente bzw. „asymptomatische“ Periode auf, die Monate
oder Jahre dauern und sogar lebenslang bestehen kann. Während dieser Zeit bleibt die Katze
relativ frei von klinischen Symptomen (wie z. B. chronische Gingivostomatitis, chronische
Rhinitis, Lymphadenopathie, immunvermittelte Glomerulonephritis und Gewichtsverlust).
Viele klinische Symptome der FIV-Infektion werden nicht direkt durch die viralen Effekte,
sondern vielmehr durch Sekundärinfektionen verursacht; dies ist bei der diagnostischen
Aufarbeitung unbedingt zu beachten.
Positive Ergebnisse praxisüblicher Tests, die bei Populationen mit niedriger Prävalenz
(z. B. jungen Katzen, ausschließlich im Haus gehaltenen Katzen, Zuchtkatzen) ermittelt
werden, sollten stets durch Labortests bestätigt werden.
„Katzen sollten niemals aufgrund eines positiven FIV-Tests euthanasiert
werden“, betont Margaret Hosie (University of Glasgow), ABCD-Mitglied und
international anerkannte FIV-Expertin. „FIV-infizierte Katzen können
durchaus eine gute Lebenserwartung haben, wenn die assoziierten Sekundärinfektionen prompt
behandelt werden.“
FIV-Testergebnisse von Katzenwelpen sind mit Bedacht zu interpretieren, da die Jungen von
FIV-infizierten Muttertieren aufgrund der maternalen Antikörper FIV-seropositiv sein können.
Bei diesen Kätzchen sollte der Test im Alter von 16 Wochen wiederholt werden.
In seltenen Fällen können maternale Antikörper bis zu sechs Monaten vorhanden sein, sodass
Katzenwelpen, die mit 16 Wochen erneut seropositiv testen, zwei Monate später nochmals einem
FIV-Test unterzogen werden sollten.
„FIV-infizierte Katzen sollten mindestens alle sechs Monate vom Tierarzt
untersucht werden, um eventuell auftretende Symptome frühzeitig zu entdecken und eine
sofortige Behandlung einzuleiten“, fügt Dr. Hosie hinzu. Diese Untersuchungen sollten
eine Gewichtskontrolle und Routinelabortests wie hämatologische und biochemische
Untersuchungen umfassen.
Nutzen und potenzielle Risiken einer Routineimpfung von FIV-infizierten Katzen sollten für
jedes Tier individuell sorgfältig abgewogen werden. So ist zum Beispiel das Infektionsrisiko
für ältere reine Hauskatzen, die davor bereits geimpft wurden, sehr niedrig; in diesen Fällen
kann es ratsam sein, auf eine Auffrischungsimpfung zu verzichten.
Im Gegensatz dazu ist eine Impfung bei FIV-infizierten Katzen mit hohem Risiko für eine
zusätzliche Pathogenexposition (z. B. bei Freiläufern) sehr anzuraten.
Das heute weltweit endemische FIV-Virus wurde 1986 erstmals isoliert. Man unterscheidet fünf
Subtypen, von denen die Subtypen A und B am häufigsten in Europa vorkommen. Die Prävalenz der
FIV-Infektion ist sehr starken regionalen Schwankungen unterworfen; Schätzungen sprechen von
1 bis 14% bei gesunden Katzen und bis zu 44% bei kranken Katzen.
Die Übertragung der Infektion erfolgt über den Speichel durch den Biss eines infizierten
Tieres. Außerhalb des Wirts überlebt das Virus nur wenige Minuten. Zudem ist es gegenüber
allen gängigen Desinfektionsmitteln einschließlich normaler Seife empfindlich.
Ausführlichere Informationen und Downloads des vollständigen Textes der ABCD-Richtlinien
erhalten Sie unter www.abcd-vets.org. Diese
Richtlinien enthalten auch Empfehlungen für Katzen, die in Katzenzuchten leben oder mit
Kortikosteroiden behandelt werden.
Das FeLV tritt weltweit auf und wird hauptsächlich durch engen, „freundlichen“ Kontakt, wie
zum Beispiel bei gegenseitiger Fellpflege und Verwendung desselben Fressnapfs übertragen,
obwohl eine Ansteckung auch durch Beißen erfolgen kann.
Die Prävalenz der Infektion ist in den meisten europäischen Ländern niedrig (ca. 1 % oder
niedriger), obwohl sie in manchen Regionen 20 % überschreitet.
Risikofaktoren sind u. a. ein niedriges Alter, eine hohe Populationsdichte (Katzenpensionen,
Tierheime und Mehrkatzenhaushalte), Zugang zum Freien (Kontakt mit infizierten Katzen) und
eine hohe regionale Prävalenz der Infektion.
„Ein gesundes Immunsystem könnte die Infektion überstehen, aber in
Mehrkatzenhaushalten kann eine von drei Katzen persistent virämisch werden“, erklärte
Professor Hans Lutz (Veterinärmedizinische Fakultät Zürich), ABCD-Mitglied und international
anerkannter Experte für feline Retroviren.
„Das könnte zu verschiedenen klinischen Symptomen führen, wobei
Immunsuppression, Anämie und Lymphome die häufigsten darstellen. Die meisten dieser Katzen
sterben innerhalb von zwei Jahren nach Diagnosestellung.“ Jungkatzen sind besonders
gefährdet, da sich eine Resistenz erst mit fortschreitendem Alter entwickelt.
FeLV-Impfstoffe sind die einzigen Vakzine gegen Retroviren, die es heutzutage in Europa gibt,
denn selbst in der Humanmedizin stehen keine Impfstoffe gegen Retroviren zur Verfügung. Eine
Impfung wird bei gefährdeten Katzen empfohlen, besonders bei jungen Katzen, die Freigänger
sind und Kontakt mit anderen Katzen in Gebieten mit hoher FeLV-Prävalenz haben.
Katzenwelpen sollten im Alter von 9 und 12 Wochen grundimmunisiert werden, gefolgt von
jährlichen Wiederholungsimpfungen. In Anbetracht der geringeren Empfänglichkeit älterer
Katzen empfiehlt das ABCD, Auffrischungsimpfungen bei Katzen die älter als drei Jahre sind,
nur alle zwei bis drei Jahre vorzunehmen, und auch nur dann, wenn die Katzen besonders
gefährdet sind.
Bei unbekannter Vorgeschichte, sollte die Katze vor der Impfung auf das Vorhandensein von
FeLV-Antigen im Blut getestet werden, da die Impfung einer virämischen Katze keinen Nutzen
hat. Positive Ergebnisse praxisüblicher Tests sollten vorsichtig interpretiert werden,
besonders bei klinisch gesunden Katzen in Gebieten mit niedriger Prävalenz.
Die Möglichkeit eines falsch positiven Ergebnisses ist umso höher je niedriger die regionale
Prävalenz ist. Aus diesem Grund empfiehlt das ABCD ein unerwartet positives Ergebnis einer
klinisch gesunden Katze immer in einem zuverlässigen Labor mittels Provirus PCR bestätigen
zu lassen.
Weiterhin könnte ein richtig positives Ergebnis auf eine transiente Virämie hinweisen. Eine
solche vorübergehende Virämie tritt bei ca. 30-40 % der Katzen auf, die im Allgemeinen keine
FeLV-assoziierte Erkrankung entwickeln.
Persistent virämische FeLV-infizierte Katzen müssen isoliert gehalten werden, um eine
Übertragung auf andere Katzen zu verhindern. Zu ihrer eigenen Sicherheit sollten
FeLV-infizierte Katzen von anderen Katzen mit ansteckenden Krankheiten ferngehalten werden,
und regelmäßig klinisch untersucht werden.
Ebenfalls sollte ein großes Blutbild, inkl. Serumelektrolyte sowie eine Harnuntersuchung
durchgeführt werden. Eine Behandlung von kranken, virämischen Katzen mit felinem
Omega-Interferon bewirkte eine Verbesserung der klinischen Symptome und verlängerte die
Überlebenszeit, auch wenn die Virämie dadurch nicht ‚geheilt’ werden konnte.
Ausführlichere Informationen und Downloads des vollständigen Textes der ABCD-Richtlinien
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Richtlinien enthalten auch Empfehlungen für Katzen, die in Katzenzuchten leben oder mit
Kortikosteroiden behandelt werden.
Die Richtlinien empfehlen jährliche Auffrischungsimpfungen von Katzen gegen FHV-1. Das Feline
Herpesvirus ist die häufigste Ursache für Erkrankungen der oberen Atemwege bei Katzen
(„Katzenschnupfen-Komplex“).
„Für einen optimalen Schutz gegen FHV-1 empfehlen wir die zweimalige
Impfung von Katzenwelpen im Abstand von 2 bis 4 Wochen. Die zweite Impfung sollte im Alter
von 12 Wochen erfolgen und der Impfschutz sollte jedes Jahr aufgefrischt werden. Dieses
Impfschema (Grundimmunisierung mit zwei Impfungen und jährlichen Auffrischungsimpfungen)
ist auch bei erwachsenen Katzen mit unbekanntem Impfstatus anzuwenden und gilt unabhängig
davon, ob eine Totvakzine oder ein modifizierter Lebendimpfstoff verwendet wird,“
sagte Professor Etienne Thiry (Lüttich, Belgien), Mitglied des ABCD und international
anerkannter Experte für Herpesviren.
FHV-Feldinfektionen erzeugen zwar eine solide Immunität, betroffene Katzen entwickeln jedoch
schwere Symptome und die Infektion breitet sich in der Population aus. Die klinischen
Symptome klingen zwar in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab, die Mehrzahl der
infizierten Katzen bleibt jedoch lebenslang Träger des Virus. Nach der Remission der
klinischen Symptome kommt es zu einer Viruslatenz in den Ganglien des N. trigeminus.
Stress, wie z.B. die Unterbringung in einer Katzenpension, eine Geburt, oder ein Umzug kann
das Virus reaktivieren und damit ein Rezidiv der Erkrankung mit erneuter Virusausscheidung
auslösen. Auch eine Behandlung mit Kortikosteroiden kann eine Reaktivierung des Virus
induzieren. Latent infizierte Katzen sind die Hauptquelle für Neuinfektionen. Deshalb ist es
im Interesse der Katzenpopulation, alle Katzen nach dem korrekten Impfschema zu impfen.
Da die FHV-1 Infektion so häufig ist und schwere Erkrankungen auslöst, zählt die Impfung für
alle Katzen zu den unbedingt notwendigen Impfungen und wird daher den Core-Vakzinierungen
zugeordnet. In Anbetracht der derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Daten empfiehlt das
ABCD jährliche Wiederholungsimpfungen besonders für Katzen, die einem hohen Risiko ausgesetzt
sind, etwa durch Aufenthalte in Katzenpensionen, in Mehrkatzenhaushalten und bei
Ausstellungen. In Situationen, in denen das Risiko als „gering“ eingeschätzt wird (z. B. bei
reinen Wohnungskatzen ohne die Möglichkeit eines Kontaktes zu anderen Katzen) könnten die
Wiederholungsimpfungen im dreijährigen Abstand eine Alternative darstellen.
„Die Impfung bietet einen guten Schutz gegen eine Erkrankung und führt
zu einer mehr als 90%igen Reduktion der klinischen Symptome, und sie reduziert die
Virusausscheidung und Rezidivhäufigkeit,” erläutert Professor Thiry weiter.
„Das ABCD ist sich bewusst, dass ein Impfstoff gegen FHV als
Einzelkomponente nicht verfügbar ist, und dass die derzeit auf dem Markt erhältlichen
Impfstoffe Kombinationsimpfstoffe sind, die felines Calicivirus und andere Komponenten
enthalten,” erklärte ABCD-Präsident Professor Marian Horzinek (Utrecht, Niederlande).
„Eine jährliche Auffrischungsimpfung zum Schutz gegen FHV kann daher
die gleichzeitige Verimpfung anderer Antigene bedeuten, die eventuell eine länger anhaltende
Immunität induzieren.”
FHV-1 ist der häufigste Erreger des Katzenschnupfens. Obwohl nicht notwendigerweise tödlich,
verursacht das Virus durch die schwere respiratorische Symptomatik eine hochgradige
Schwächung der Tiere und ist daher für die betroffene Katze und ihren Besitzer gleichermaßen
belastend. Im typischen Fall entwickeln mit FHV-1 infizierte Katzen eine Rhinitis und
Konjunktivitis sowie eine ulzerative, dendritische Keratitis. Da das Herpesvirus besonders
infektiös ist, kommt FHV-1 typischerweise dort vor, wo viele Katzen zusammen untergebracht
sind, wie z.B. in Katzenpensionen, Tierheimen, Katzenzuchten und in Mehrkatzenhaushalten.
Ausführlichere Informationen und Downloads des vollständigen Textes der ABCD-Richtlinien
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Richtlinien enthalten auch Empfehlungen für Katzen, die in Katzenzuchten leben oder mit
Kortikosteroiden behandelt werden.
Gemäß den Experten des Europäischen Advisory Board on Cat Diseases (ABCD) genügt im
Allgemeinen ein Mindestabstand von drei Jahren für Booster-Impfungen, um die feline
Panleukopenie zu kontrollieren, vorausgesetzt, dass die Grundimmunisierung dem empfohlenen
Impfschema entsprechend durchgeführt wurde.
Feline Panleukopenie ist dafür berüchtigt, dass sie lokale Katzenpopulationen vernichtet,
und wird deshalb auch „Katzenseuche“ genannt. Die Mortalitätsraten dieses sehr ansteckenden
Parvovirus sind bei anfälligen Katzen hoch und können bei Kätzchen sogar 90 % überschreiten.
Hauskatzen sind ebenfalls gefährdet.
„Katzen infizieren sich am häufigsten durch indirekten Kontakt, weshalb
auch reine Wohnungskatzen gefährdet sind,” so Professor Uwe Truyen (Leipzig), Mitglied
des ABCD und international anerkannter Experte für Parvoviren. „Das
feline Panleukopenievirus kann durch seine hohe Tenazität mehrere Monate oder sogar ein Jahr
lang in der Umwelt überleben, was bedeutet, dass Katzen nicht mit anderen Katzen in Kontakt
kommen müssen, um sich zu infizieren.“
Das vom ABDC empfohlene Impfschema gegen feline Panleukopenie besteht aus zwei Injektionen
für Kätzchen im Alter von 9 und 12 Wochen, auf die ein Jahr später die erste Booster-Impfung
folgt. Wenn diese Grundimmunisierung komplett durchgeführt wird, genügen im Allgemeinen
nachfolgende Wiederholungs-Impfungen im Abstand von mindestens drei Jahren.
Das ABCD betont jedoch, dass maternale Antikörper gegen felines Panleukopenievirus evtl.
länger persistieren, als man früher geglaubt hat. Da sie das Impfantigen neutralisieren
können, verhindern sie eine aktive Immunisierung. Insbesondere Kätzchen aus Umfeldern mit
einer hohen Infektionsrate, wie Tierheime, oder von (Zucht-) Kätzinnen, die regelmäßig
geimpft wurden, können im Alter von 16 oder sogar 20 Wochen noch maternale Antikörper
aufweisen. In diesen Fällen wird eine dritte Impfung im Alter von vier Monaten empfohlen.
Bei ausgewachsenen Katzen, bei denen nichts über frühere Impfungen bekannt ist, ist eine
einzelne Impfung mit einer Booster-Impfung nach einem Jahr ausreichend. Danach reichen
Wiederholungs-Impfungen ebenfalls in Abständen von drei Jahren oder mehr.
“Dank der wirksamen Impfstoffe sehen wir diese Krankheit heutzutage nur
selten. Aber das Virus schleicht sich immer noch herum und könnte – und tut es auch -
gelegentlich noch unerwartet auftauchen.” Professor Marian Horzinek (Utrecht, NL),
Vorsitzender des ABCD, fügte noch Folgendes hinzu:
“Um diese Krankheit unter Kontrolle zu halten, müsste der Prozentsatz
der Katzen, die geimpft wurden, so hoch wie möglich sein – jedenfalls aber höher, als die
heute geschätzten 30 %.“
Außer der unterstützenden Behandlung (Flüssigkeitsersatz, Antibiotika und möglicherweise
Antiseren oder antivirale Mittel) gibt es keine „Heilung“ der Krankheit, und Katzen können
trotz intensiver tierärztlicher Intervention verenden. Die zurzeit auf dem Markt
erhältlichen Impfstoffe sind jedoch hochwirksam und schützen Katzen effektiv gegen diese
Infektionskrankheit, vorausgesetzt, dass sie dem empfohlenen Impfschema entsprechend
verabreicht werden.
Ausführlichere Informationen und Downloads des vollständigen Textes der ABCD-Richtlinien
erhalten Sie unter www.abcd-vets.org. Diese
Richtlinien enthalten auch Empfehlungen für Katzen, die in Katzenzuchten leben oder mit
Kortikosteroiden behandelt werden.
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